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Segentag , Nachttext vom 05.08. 2017

Posted on 05 August, 2017 in Uncategorized

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Segentag

 

Früh morgens schon begann und fiel ein Regen,

viel davon kam und regte sich und fiel,

talwärts Mast unter treibt der Wolkenkiel,

die Schnecken paaren nackt sich auf den Wegen.

 

Zu Mittag erstes Gurgeln unter Stegen,

Ein Grollen offenbart des Himmels Ziel,

es kommt ein böses Dunkles mit in’s Spiel,

ein Taufen,Hageln,Blitzen,Donnersegen,

 

Der Nachmittag schwillt an und reißt die Brücke

fort,erste Stadel kreiseln lustig durch die Lücke,

zu Abend ,Leiber,Kühe,Wagen,Hausratwogen,

 

Die Nacht bricht an und bricht den müden Damm,

zäh aus den Fluren quillt der Ernteschlamm,

fruchtbar vom Morgen Grauen aufgesogen.

 

 

 

 

Abend , Abendbeitrag vom 20.07.2017

Posted on 20 Juli, 2017 in Uncategorized

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Abend

 

Im Hintergrund leise Bachtrompeten,

Nachrichten mehr oder weniger unverständlich.

Das Radio kappt sonor der Stille die Spitzen.

 

Später Geigen , könnte von Vivaldi stammen;

dann Gesang mit Klavier so eine Art Schubert,

und gegen 23 Uhr die übliche Saxophonhektik.

 

Die Vorstellung,eine Frauenstimme im Haus,

die sich nicht abstellen lässt.

Beängstigend wie der Wetterbericht.

 

August , Mittagstext vom 20.07. 2017

Posted on 20 Juli, 2017 in Uncategorized

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August

 

Unterm Strohut

zieht der Sommer

seinen grünen Gürtel enger.

 

Ausgeblichen

und geflickt mit Gewitterwolken,

der Himmel.

 

Als verwaschenes Hemd

liegt der Weizen

neben dem Strassenstaub.

 

Die Hand über den Augen

kannst du am Horizont

die silbernen Tressen der Pflugschare ahnen.

 

Abendtext , 19.07. 2017

Posted on 19 Juli, 2017 in Uncategorized

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Abendtext

 

kaum dass sich meine Augen offen halten können,

der Kopf sinkt zur Seite und der Körper droht vom Stuhl zu fallen,

erschrocken fahre ich hoch und finde zur Not zwischen den Zeilen mein Gleichgewicht.

 

Das Gewitter ist durch gezogen,es hat einwenig geregnet.

Wenn die Nachbarskinder aufhören Tischtennis zu spielen,

hoffe ich bei geöffnetem Fenster kühl schlafen zu können.

 

Die Tauben gurren sich ihr Gefieder trocken,

damit wir das viele satte Grün schätzen können,gibt es das Weiß der Hortensien.

Zigarillo-Rauch näselt vom Nachbargrundstück herauf.

 

Woher jetzt noch die Kraft nehmen auf zu stehen,

zu duschen,die Zähne zu putzen und bis zum Bett zu kommen.

Es fühlt sich so an als wäre Sterben im Moment einfacher.