Monthly Archives: Mai 2015

Holunder , Nachmittagstext am 12.05.2015

Posted on 12 Mai, 2015 in Uncategorized

 

 

Holunder

 

Und plötzlich,

da blüht der Holunder,

mitten hinein in dein entblößtes Gesicht,

erblüht durch das offene Fenster,

deines nackten schwer atmenden Herzens,

dieser Duft aus Katzen und Tanz;

Du siehst ein Elfenbeinleuchten,

hörst das Fabeltier wimmern

und du spürst auf den Muskeln

die Schlangenhaut schimmern,

während die Dämm’rung die Sehnsucht verbrennt.

 

Trunken vor jungen Gewittern,

Böen aus lauwarmem Bier,

Donnerlallen und Blitzetaumeln

wankt rüber vom Schützenfest her,

ersäuft in der Brandung vom Autobahnmeer,

den Nulluhrzug trägt der Wind durch die Luft

und im Haar der Nacht hängt schwer der Duft,

der Duft vom Heu auf den Wiesen.


An das Glück , Morgentext 12.05.2015

Posted on 12 Mai, 2015 in Uncategorized

 

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An das Glück

 

Glück!

Du gehst mir mächtig auf den Senkel,

liegst breit da und zeigst mir deine Schenkel,

 

Glück!

Du gehst mir tierisch auf die Eier,

für deine alte Kummernummer

such dir einen andern Freier.

 

Glück!

Du gehst mir elend auf den Sack,

um mich rum nur lauter Wünsche,

dieses unzufried’ne Pack.

 

Glück!

Du läufst mir voll gegen den Strich,

weidest dich an meinem Bettel,

amüsierst dich königlich.

 

Glück!

Du gehst mir absolut quer runter,

wenn meine Tage grau sind ,

treibst du’s noch kunter bunter.

 

Glück!

Du gehst mir kalt unter die Haut,

meine Knochen knirschen mürbe,

bin nicht mehr so straff gebaut.

 

Glück!

Du gehst mir quer am Arsch vorbei,

knöpf dir deine Bluse zu,

scher dich zum Teufel,du bist frei.

 

Glück!

Du gehst mit tödlich an die Nieren,

schon nach zwei drei Gläschen Wein

und vier fünf  sieben Bieren.

 

Glück!

Du gehst mir derbe auf’s Gemüt,

direkt vom Hypothalamus

schleicht sich dein Druck mir in’s Geblüt.

 

Glück!

Du gehst mir höllisch auf den Keks,

predigst mir Gemüse

und ernährst dich selbst von Steaks.

 

Glück!

Du gehst mir total auf den Zeiger,

höchste Zeit,

dass ich mich dir verweiger’

 

Glück!

Du merkst,bei mir is nix zu holen,

bleib dort wo du bist und mir gestohlen,

bist in keinem Fall ein Fall für mein Empfinden,

mich in irgend einer Form an dich zu binden.

 

Glück!

Du gehst mir schrecklich auf den Geist,

Ich hab schon längst Ersatz für dich,nur damit du’s weisst.

kenn da eine,schon seit läng’rer Zeit,

etwas scheu,doch hält sich brav bereit,

wunderbar ist es mit ihr zu zweit,

Händchenhalten mit der Selbstzufriedenheit.

 

 


Heute mein today , nicht für Heinrich Detering am 11.05.2015

Posted on 11 Mai, 2015 in Uncategorized

 

 

 

Heute mein today  (nicht für Heinrich Detering)

 

Heute mein today

in the morning um sechs

die rote Karte in den Brötchenautomaten gesteckt,

Yea mein today

hard working man der ich bin,as I say,

die Schubkarre über den Kreisverkehr Richtung Arbeiterdenkmal geschoben,

man soll den Morgen nicht vor dem evening loben.

Geschredderte Kuhhörner über this land is my land verstreut

und Mittags einen Rest Kartoffelbrei

unter den Spargelsud von Maggies Farm gequirlt,

damit der kleine Bettelmönch (Heu-Te) in mir einmal satt wird.

In der Kunstpause between Einatmen und Ausbrennen

die Nachtannoncen durchgeharkt,

aber nobody wants me,

keiner kauft mehr Selbstgestricktes.

mich gefragt Why dogs run free

und wie abgewurzelt

mit den Dolen unter Platanen-Gerüsten gesessen,

und mir die Eiswaffel aus den Fingern picken lassen.

Vom house of the rising sun stürzen plötzlich die Mitmachträume,

da habe ich mir einen roten Anthologie-Helm über mein talkin-blues-Hirn gestülpt

bis endlich,it’s all right Ma, die Nachtfalter-Fallen angeknipst wurden

und der Schlaf mich tot stellte

und ich nicht mehr twice thinken konnte

in meinen schafwollenen Watchtower-Kissen.

It ain’t you man,it ain’t you!

besang jemand mit erbrochener Stimme,

heute mein today.

so far away

fare thee well.