Monthly Archives: August 2016

Refrain, Umarbeitung eines alten Liedtextes von 2008

Posted on 28 August, 2016 in Uncategorized

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Refrain

 

Über mir die Stern,

unter mir die Erde,

neben mir dein fester Schritt

beständig lustvoll streng;

Mein Kindisch kaum verronnen,

die Torheit frisch begonnen,

in mir drinnen ist es manchmal

weit und manchmal eng.

 

Über mir die Sterne,

unter mir die Erde,

neben mir dein an mich halten,

dicht und warm und weich;

Hinter mir das Erbsenzählen,

vor mir,aus dem Wortschatz wählen,

in mir drinnen ist es manchmal

ärmlich manchmal reich.

 

Über mir die Sterne

unter mir die Erde,

neben mir dein Atemholen,

regelmäßig leicht;

Hinter mir die Sündflut,

vor mir neues Strandgut,

in mir drinnen ist es manchmal

tief und manchmal seicht.

 


Glück , 2 Frühstücksversuche am 28.08.2016

Posted on 28 August, 2016 in Uncategorized

 

 

 

Glück

 

Das Alte

taugt noch einen Dreck,

nachts

kriecht es nackt aus dem Versteck.

 

Das Momentane

hat null Böcke,

auf Gold nicht und

auch nicht auf Röcke.

 

Auf’s Kommende

ist drauf geschissen,

bevor’s nicht kommt,

muss man’s nicht wissen.

 

 

 

 

Glückslaute

 

Das aufgeregte Geklücker der Tastatur

beim schreiben der mail.

 

Das weiche Glücklücklücklück

wenn der mitgebrachte Wein

sich in die Gläser schmiegt.

 

Das leise Glücken der Wohnungstür,

nach einer durchgeglückten Nacht.

 

 

 


Zur Lage , Morgentext zum 28.08.2016

Posted on 28 August, 2016 in Uncategorized

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Zur Lage

 

Sie beschießen jetzt auch mein Haus.

Ich habe deshalb zwei junge Kurdinnen verpflichtet.

Die liegen oben auf den Gauben und feuern zurück.

Meine Aufgabe ist es ,Tee für sie zu kochen

und ihnen die Gewehre zu putzen.

Aus der Dachluke ist

bei klarem Wetter Aleppo sehen.

Wer hassen kann tut sich leichter.

Er lenkt sein eigenes planloses Elend um

auf die Verwundbarkeit anderer.

Was man aber einmal geschluckt hat,

detoniert immer in den eigenen Gedärmen.

Nachts streife ich durch die Gärten der Nachbarn

und erschieße Hunde,die die Stille zukacken.

Katzen,sobald sie Rotkehlchen auf  Fußmatten legen

vergifte ich und hänge sie zur Warnung in die Magnolien.

Es ist hier mittlerweile die gängige Haltung,

ein durch und durch beschissener Christ zu sein.

Die meisten werden dafür gut bezahlt.

Bei Westwind reicht das Läuten der Glocken

nur noch bis zur Eisdiele an der Ecke.

ALDI hat seit einer Woche preiswerte Sandsäcke im Angebot,

und in den Parks werden an sonnigen Tagen

Verbandplätze für verwundete Seelen eingerichtet.

Nachts hört man das feine flatternde Schluchzen der Blätter

und riecht den grillbrandigen Rauch von versengtem Fleisch.

Trichter und Dichter , Tagesabschluß-Text zum 27.08.2016

Posted on 27 August, 2016 in Uncategorized

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Trichter und Dichter

 

Der Trichter hat von sich aus klare Form,

der Dichter muss sie finden,

dem Trichter läuft’s nur so heraus,

der Dichter muss sich schinden.

 

Dem Trichter weitet es das Haupt,

des Dichters Stirn zwingt Enge,

beim Trichtern da ist All’s erlaupt,

beim Dichtern gibt es Zwänge.

 

Ein Trichter der verjüngt sich stark,

füllt locker tausend Flaschen,

der Dichter altert merklich.

Und leert er seine Taschen,

so ist der Sold arg

kärglich.

 

Der Trichter der ist emailliert,

hängt hübsch am Messinghaken,

der Dichter tief blockiert frustriert,

erhängt sich mit dem Laken.

 

Und die Moral von der Geschicht?

was für ein tragisches Getricht.


Amatrice , Nach dem Mittagessen 27.08.2016

Posted on 27 August, 2016 in Uncategorized

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Amatrice

 

Gott, er hatte lange Weile,

schlich nachts rum im Apennin,

nicht sehr weit von Amatrice

kam ihm Böses in den Sinn

und er stampfte mit den Füssen,

“Gott der Vater lässt euch grüßen”,

auch die Kirchen stürzen ein,

drum kann’s nur Gott gewesen sein!!

 

Die Leichen unter Betstuhl-Trümmern

unter Schutt Beton und Stein,

um die sich jetzt die Engel kümmern,

sie flüstern sich einander zu,

“das kann nur Gott gewesen sein.”

 

Gott er ist über alle Berge,

heute hier und morgen dort,

schlägt er zu als Schicksals-Scherge,

reißt kurz mal einen Staudamm fort,

lässt die Täler überlaufen

und fünf Dörfer drin ersaufen..

 

Wir,die wir es überleben,

Erdrutsch Wirbelsturm und Beben,

Bitten Gott um seinen Segen,

wenn wir neu den Grundstein legen,

unter seinem Gott-Gekicher.

“Mache unsern Glauben Vater,

wasserdicht und bebensicher”