Monthly Archives: Januar 2017

Nicht wichtig , Nachttext am Ende des 29.01. 2017

Posted on 29 Januar, 2017 in Uncategorized

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Nicht wichtig

 

Am Ende des morgendlichen ZaZen

fordert der Meister die Schüler auf,

es sich bequem zu machen.

 

Der Meister hält ein langes Teisho

über die richtige Art und Weise des Sitzens

und legt den Schülern ans Herz sich die gehörten Regeln genau zu merken.

 

Nach seinem Vortrag

schweigt der Meister lange

und sein Blick geht dabei von Schüler zu Schüler.

 

Schließlich lässt er den Gong ertönen und spricht:

“Vergesst alles was ich euch gesagt habe,

denn nichts davon ist wichtig”.

 

“Wichtig allein ist es,

entspannt zu sitzen,

ruhig zu atmen.

Mehr bedarf es nicht.”


Zehnzeiler , Abendtext vom 29.01. 2017

Posted on 29 Januar, 2017 in Uncategorized

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Zehnzeiler

 

Vor dem Zubettgeh’n grade noch geschnallt,

(den Schreiberling erwischt es dabei kalt)

dass ich den fast vergang’nen Tag,

der hinter einem Samstag lag,

mit scheinbar wichtigem vertat,

gekonnt auf einer Stelle trat,

wobei der Eindruck sich verstärkte:

(den ich in meinem Heft vermerkte)

“Nichts bleibendes voran getrieben”

Zehn Zeilen davon aufgeschrieben.

Straßburger Sonntag , Mittagstext vom 29.01. 2017

Posted on 29 Januar, 2017 in Uncategorized

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Straßburger Sonntag

 

Erst gegen Mittag aufgestanden.

Zum Frühstück:

Spanische Oliven,

Bulgarischen Joghurt,

Holländische Tomaten,

Irische Butter,

Griechischen Feta,

Marmelade aus der Wachau,

Knäckescheiben auf Schwedisch,

rasch noch Ham and Eggs in die Pfanne gehau’n,

wie immer Ostfriesische Mischung mit Sahne,

vier Sorten Käse aus Frankreich und dem Bayerischen Hinterland.

die Wildschwein-Salami molto picante.

Nur das Brot, das vollkornige mit Nüssen,

das kommt vom Deutschen Bio-Bäcker,

aus einem Deutschen Dorf,

ganz aus meiner Deutschen Nähe.

Teller und Tasse aber natürlich IKEA.

 

Ihr Eintopf-Kocher,

mit euern geschmacklosen Kommentaren,

könnt von mir aus dran herummäkeln wie ihr wollt.

 

MIR schmeckt dieses Europa vorzüglich !!!!


kardiologisch , Morgentext zum 29.01. 2017

Posted on 29 Januar, 2017 in Uncategorized

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kardiologisch

 

Wenn ich mein viel zu schweres Herz erneut,

ans leichte frische eines sanften Frauleut

hängte,

so hätt’s zur Folge dass sich dessen Muskel schnell verengte

und seine Güte sich verzwängte nicht verlängte,

anstatt ihm die Durchblutung zu erheitern,

das Puckern der Gefäße zu erweitern.

 

Es wäre herzlos sagt mir deutlich mein Gefühl,

Mein Herz stimmt zu und nickt, wie immer kühl.


Scheißleben , Abendtext vom 28.01. 2017

Posted on 28 Januar, 2017 in Uncategorized

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Scheißleben

 

Verhaltung hält und lässt mich auf des Arsches Brille kleben,

drückt mich an seinem Hämorrhoiden-Busen warm,

vulkanisch aufgebläht versteinert ist mein Leben,

dann wieder faucht der Sinnlos-Dünnschiss

mit krampfenden Kaldaunen-Biss,

mir durch des Daseins Kuddel-Muddel-Darm.

 

Oh wenn aus mir doch etwas anderes mal kommen möge,

nicht immer Abgesang nur, der Fäkalien Harm,

wenn mich doch etwas schlüpfrig griffig Wohlgeformtes,

ein beispielloses plundersames Ungenormtes,

mir meinen schockgefrostet desaströsen Peristaltik-Charme,

zu einer schön geschwung’nen dickdarmweiten Seelenkurve böge,

und mich vom harten Zwerfell-Pressing hodenkosend aufwärts zöge,

wie ich der Welt des Stuhlsangs glaubergesalzen  irrigiert entflöge,

von all dem unverpfropften Glück ganz schamlos aufgetaut,

in tiefer Demut hockend scheißegal entstaut.

 

 

ZaZen , Mittagstext vom 28.01. 2017

Posted on 28 Januar, 2017 in Uncategorized

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ZaZen

 

Immer die gleiche banale Grundregel,

für mich als studierschwachen Daseins-Flegel:

 

In zehn Minuten das Stückchen gelernt,

in die Frucht reingebissen mit Weisheit bekernt,

 

um es den Rest deines Lampenfieber verschwitzten Lebens,

Schaumlöffelweise halblangbeherzt  lauterenstrebens,

 

voller Versprecher tag täglich üben zu dürfen,

mit den blutigen Kreuznägeln ungläubig schürfen,

 

bis seine Balken und Bretter die über die Welt hinaus deuten,

dir,

ganz von der Nebenrolle,

hier,

deinen Auftritt einläuten,

 

nur damit dann,

nach deinem Kniefall

ganz ohne Beifall,

der Vorhang rauschend fallen kann.


Die Abgründe hinter den Zäunen , Mittagstext vom 28.01. 2017

Posted on 28 Januar, 2017 in Uncategorized

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Die Abgründe hinter den Zäunen

 

Um in’s Freie zu gelangen,

warf ich mich zuerst in den Stacheldraht,

danach stürzte ich mich in die Tiefe,

um dann,Rotz und Wasser blutend

mit Erstaunen fest zu stellen,

wie angenehm sich das Leben doch anfühlen kann,

sitzt man mit dem Schlüssel in Händen,

in seiner eigenen Zelle.