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ZEITVERDICHTUNG

Zerrrinnerungen , Nachttext vom 30.auf den 31.12. 2016

Posted on 30 Dezember, 2016 in Uncategorized

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Zerrinnerungen

 

Die Küche voll, leerer Töpfe,

aus denen ich Verpasstes schöpfe.

 

Ausser ein paar Buchstaben,

keine Vergnügungen haben.

 

Noch im Dunkeln, jeden

Morgen mit den alten

Einkaufszetteln reden

sie zu Schiffchen falten.

 

Lustschlösser bauen

auf der Treue der Frauen.

 

In verklemmten Schubladen kramen,

Bild für Bild fällt aus den Wechselrahmen.

 

Auf Knien gelebt,für diese Stimme gebebt,

später in’s Album eingeklebt.

Jede Ablichtung

eine Art von datierter Hinrichtung.

 

Nächtelang in ihrem Schoß vernarrt,

dann hat der Krebs ihre Brust verscharrt.

 

Hochzeiten,Taufen,Jubiläen,

beglaubigter Glanz von Blechtrophäen.

 

Zwischendrin ein zuckendes Leuchten,

wenn fremde Lippen deine Wünsche befeuchten.

 

Ein kleiner Gewinn,

ein Blechschaden,

gelöschtes Passwort,vergessene PIN

Hände auf  salzigen Sommer-Waden.

 

8 Schulen und 13 x umgezogen,

vom Zufall immer irgendwo hingebogen.

 

Unten spielt jemand im Haus Klavier

wenn ich dich nicht fühlen muss, bin ich bei mir.

 

Nächte in frischem Stroh,

Kettensingen Stampfen und Schnauben,

das gebündelte Gros

der Jahre, Fuchsmaul voll saurer Trauben.

 

Und immer noch schüchterne Küsse,

Reisig Knistern, Mohnkuchen Backen,

Kirschbaum-Holz hacken,

im Schuppen bei Kerzenlicht eiskalte Güsse.

 

Rohrstockschläge für die Fingerspitzen,

Todesangst betend hoch in den Klippen,

das Zischen der Kreuzotter neben der Hand,

Tetanus-Spritzen,

Hufschlag auf Lippen und zwischen die Rippen,

Ohr an der eifersüchtigen Wand.

 

Unten spielt jemand im Haus Klavier,

wenn ich dich nicht fühlen muss,bin ich bei mir.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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